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Die Kirche freut sich an der Liebe der Menschen

Bischof Bode lobt päpstliches Schreiben "amoris laetitia"

Bischof Bode lobt päpstliches Schreiben amoris laetitia.
von links: Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Alfons Gierse (Geschäftsführer des Familienbundes) und Pfarrer Dr. Marc Röbel. 

2014 und 2015 hatte Papst Franziskus das Thema "Ehe und Familie" in der Weltkirche vorangetrieben. Nach zwei weltweiten Umfragen unter Gläubigen und zwei Synoden in Rom hatte er seine Schlüsse zu dem Thema gezogen und sie Anfang 2016 in dem nachsynodalen apostolischen Schreiben "amoris laetita" (= Die Freude der Liebe) veröffentlicht. Über den Ablauf der Synode und die Bedeutung dieses Schreibens sprach gestern auf Einladung des Familienbundes der Osnabrücker Bischof Dr. Franz-Josef Bode in der Katholischen Akademie Stapelfeld. Als einer von drei deutschen Diözesanbischöfen hatte er an der Synode teilgenommen.

Der Papst habe für dieses Schreiben gleichermaßen Lob und Kritik bekommen, sagte Dr. Marc Röbel, geistlicher Direktor der Akademie, in seiner Begrüßung. "Er würde das dogmatische Tafelsilber der Kirche verscherbeln und eine Spaltung der Kirche", lauteten Vorwürfe von Konservativen. "Wir müssen aber wissen, was wir an der Basis mit diesem Schreiben anfangen können. Vielleicht ist ja am Ende dieses Abends der Atem der Freiheit zu spüren."

Drei Wochen habe die Synode 2015 in Rom gedauert, berichtete Bode. Fast 400 Teilnehmer hätten sich getroffen, unter ihnen ca. 300 Bischöfe. Die zugezogenen Experten waren auch überwiegend unverheiratete Männer gewesen. Die Zahl der Frauen und Ehepaare in der Runde hätte er gerne höher gesehen, räumte Bode ein. Beim Thema "Ehe und Familie" hätten die unterschiedlichen weltweiten Kultur- und Lebenssituationen eine große Rolle gespielt. So habe er in den Vollversammlungen, in denen jedem Teilnehmer vier Minuten Redezeit zugestanden hätten, zwischen Bischöfen aus Äquatorial-Guinea, Mauritius, Ukraine und Malta gesessen. "Wir europäischen Bischöfe mussten erkennen, dass unsere Probleme nicht die Probleme der Welt sind. Das mussten die anderen allerdings auch erkennen." Die Teilnehmer waren in 13 Sprachgruppen eingeteilt. Die deutschsprachige Gruppe, der auch Bischöfe aus Österreich und Osteuropa angehörten, habe sich noch gut in das abschließende Papier einbringen können. Papst Franziskus habe die Synode völlig anders geleitet als seine Vorgänger. Er habe viel zugehört, alle zu freien Gedanken aufgefordert und sei bei allen Pausen dabei gewesen, erzählte Bode. "Jeder konnte ihn da ansprechen, er hat jeden mit Handschlag begrüßt."  Nach drei Wochen Beratung habe die Synode ein umfangreiches Papier verabschiedet. Angesichts der großen Unterschiede zwischen den Kulturen sei er sehr überrascht gewesen, dass überhaupt ein Konsens gefunden wurde. Nur bei wenigen Punkten habe es Diskussionen gegeben. Die Ergebnisse würden unterschiedlich bewertet, räumte Bode ein. "Für die hohen Erwartungen von außen ist sie ein ganz kleiner Schritt. Aber für innerkirchlich Denkende ist sie eine pastorale Wende."

Die hohe Bedeutung des päpstlichen Schreibens "amoris laetitia" liege in einer grundsätzlich anderen Ansicht von Wirklichkeit, sagte Bode. Das Schreiben beginne mit dem bemerkenswerten Satz: "Die Freude der Familie, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche." Behandelt werden Themen wie Liebe in der Ehe, Herausforderungen in der Familie und Berufung der Familie, Spiritualität und pastorale Perspektiven behandelt. Der Papst sei nicht weltfremd, machte Bode klar. Er habe viele Jahre lang pastoral gearbeitet und Beichte gehört. Daher sei seine Sprache sehr lebensnah. Das Schreiben ermutige z.B. zu natürlichen Empfängnismethoden, ohne sie vorzuschreiben, es bejahe die Freude an Erotik und begrüße eine Sexualerziehung. Offen angesprochen werden auch Fragen zur Erziehung, zur Gleichberechtigung der Geschlechter in der Familie, Problemen über das Zerbrechen von Beziehungen und die Stellung von Wiederverheiratet Geschiedenen. Das Schreiben sei keine "Seelsorge light", betonte Bode. Die Deutsche Bischofskonferenz werde sich zu dem Schreiben noch ausführlich äußern.  

Das vollständige Schreiben "amoris laetitia" ist nachzulesen auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz unter www.dbk-shop.de .

Text / Foto: Ludger Heuer
11.11.2016